
Der Mann aus Toronto: Lohnt sich der Film? Kritik, Besetzung
Es ist ein vertrautes Gefühl: Man scrollt durch Netflix, sieht einen bekannten Namen und ein bekanntes Gesicht – und fragt sich: Lohnt sich das jetzt oder ist das wieder so ein Film, den man nach zehn Minuten wegdrückt? „Der Mann aus Toronto“ mit Kevin Hart und Woody Harrelson ist genau so ein Fall. Der Film startete mit 75 Millionen US-Dollar Budget und landete trotz verheerender Kritiken weltweit in den Top 10 der Streaming-Charts – ein Widerspruch, den wir uns genauer ansehen.
Veröffentlichungsdatum: 24. Juni 2022 ·
Laufzeit: 112 Minuten ·
Rotten Tomatoes-Bewertung: 22 % ·
IMDb-Bewertung: 5,7/10 ·
Budget: 75 Millionen US-Dollar
Kurzüberblick
- Budget: 75 Mio. USD (Filmstarts)
- Veröffentlichung: 24. Juni 2022 auf Netflix (Actionfreunde)
- Besetzung: Kevin Hart, Woody Harrelson, Kaley Cuoco (Wikipedia)
- Genaue Streaming-Zahlen (43 Mio. Stunden sind geschätzt, nicht offiziell bestätigt)
- Exakter Grund für Stathams Ausstieg (wird als kreative Differenzen bezeichnet)
- Fortsetzungspläne (Gerüchte, aber keine offizielle Bestätigung)
- 2019: Projekt angekündigt mit Jason Statham (Filmstarts)
- März 2021: Ausstieg Stathams (Filmstarts)
- April 2021: Woody Harrelson übernimmt (Filmfutter)
- ZDF-Ausstrahlung: 3. März 2024, 22:15 Uhr (Filmstarts)
- Stream auf Netflix jederzeit verfügbar (Filmstarts)
- Fortsetzung bisher nicht offiziell bestätigt (Filmstarts)
Lohnt sich „Der Mann aus Toronto“?
Handlung
Der Film erzählt die Geschichte von Teddy (Kevin Hart), einem erfolglosen Unternehmer, der bei einem Kurzurlaub mit seiner Frau Lorri (Kaley Cuoco) in einen Fall von Verwechslung gerät. Er wird für den gefürchteten Auftragskiller „Der Mann aus Toronto“ (Woody Harrelson) gehalten und in einen gefährlichen Schlagabtausch mit dem FBI und der Unterwelt verwickelt. Die deutsche Filmkritik ordnet den Film als Buddy- beziehungsweise Verwechslungs-Actionkomödie ein (Kino&Co).
Kritiken
Die Kritiken fielen überwiegend negativ aus: Rotten Tomatoes verzeichnet einen Tomatenometer von 22 %, während IMDb eine Nutzerbewertung von 5,7/10 ausweist. Metacritic setzt den Film bei 34/100 an. Filmstarts kritisiert das Drehbuch und die Regieführung als schwach und attestiert dem Hauptdarsteller-Duo, nur selten wirklich zu glänzen. Moviejones hingegen bewertet den Film positiv überraschend und bezeichnet Harrelson als passenden Ersatz im Comedy-Rahmen (Moviejones).
Der Film erhält katastrophale Kritiken (22 % Rotten Tomatoes), aber das Publikum streamt ihn in der ersten Woche rund 43 Millionen Stunden – eine Kluft zwischen Kritikerurteil und tatsächlichem Konsum, die typisch für Netflix-Produktionen ist.
Vergleich mit anderen Kevin-Hart-Filmen
Vergleicht man „Der Mann aus Toronto“ mit früheren Kevin-Hart-Erfolgen wie „Central Intelligence“ (2016, 6,3/10 IMDb) oder „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ (2017, 7,0/10 IMDb), zeigt sich ein deutlicher Abfall in der Kritikerbewertung. Während „Central Intelligence“ ebenfalls auf einer Buddy-Dynamik aufbaut, profitierte jener Film von einer ausgefeilteren Chemie zwischen Hart und Dwayne Johnson sowie einer strafferen Handlung.
Die Implikation: Hart allein kann schwaches Drehbuch und fehlende Timing-Komödie nicht retten – das zeigt dieser Film deutlicher als jeder andere seiner Actionkomödien.
Warum verließ Jason Statham „Der Mann aus Toronto“?
Die ursprüngliche Besetzung
Ursprünglich war Jason Statham für die Hauptrolle des titelgebenden Killers vorgesehen. Das Projekt wurde erstmals 2019 angekündigt, und Statham sollte die Rolle mit seiner typischen, harten Action-Präsenz füllen (Filmstarts).
Die Entscheidung von Statham
Im März 2021 verließ Statham das Projekt. Als Grund werden in mehreren Berichten kreative Differenzen genannt. Schnittberichte berichtet, dass Statham ein härteres R-Rating anstrebte, während Sony und das Studio eher ein jugendfreieres PG-13 bevorzugten. Auch Kino&Co bestätigt, dass Fragen der Tonlage und Zielgruppe zum Ausstieg führten.
Wäre ein härterer Film mit Statham besser gewesen? Die Annahme liegt nahe, aber das Problem – ein unterentwickeltes Drehbuch – hätte auch ein R-Rating nicht gelöst, wie die schwachen Kritiken zeigen.
Ersatz durch Woody Harrelson
Nur wenige Wochen nach Stathams Ausstieg, im April 2021, wurde Woody Harrelson als Ersatz verpflichtet (Filmfutter). Der Wechsel von Statham zu Harrelson verschob die Tonalität des Films deutlich: Statt eines knallharten Action-Thrillers entstand eine lockerere Buddy-Komödie, die mehr auf Situationskomik und Wortwitz setzt.
Das Fazit: Stathams Ausstieg war kein persönlicher Konflikt, sondern ein strategischer Richtungsstreit. Und während Harrelson die Comedy-Rolle souverän spielt, bleibt der Verdacht, dass ein härterer Film mit Statham zumindest in der Actionkategorie besser abgeschnitten hätte.
War „Der Mann aus Toronto“ erfolgreich?
Einspielergebnisse und Streaming-Zahlen
Der Film war ursprünglich als Kinofilm von Sony geplant, wurde aber im Frühjahr 2022 kurzfristig in den meisten Märkten zu Netflix verschoben (Filmstarts). Obwohl kaum in den Kinos gelaufen, war der Film für Netflix ein Erfolg: In der ersten Woche nach Veröffentlichung am 24. Juni 2022 verzeichnete die Plattform rund 43 Millionen gestreamte Stunden (Actionfreunde).
| Metrik | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Rotten Tomatoes (Kritiker) | 22 % | Filmstarts |
| IMDb (Nutzer) | 5,7/10 | Wikipedia |
| Metacritic (Kritiker) | 34/100 | Actionfreunde |
| Budget | 75 Mio. USD | Filmstarts |
| Gestreamte Stunden (Woche 1) | ~43 Millionen | Actionfreunde |
Kritiker- und Publikumsreaktionen
Die Kluft zwischen Kritiker- und Publikumsbewertung ist ein wiederkehrendes Muster bei Netflix-Filmen. Während die Fachpresse das Drehbuch und die Regie von Patrick Hughes kritisierte, fand der Film beim Streaming-Publikum offenbar den Nerv für leichte, anspruchslose Unterhaltung. Filmstarts kommt in seiner Kritik zu dem Schluss, dass Jason Statham der größte Gewinner des Projekts sei, weil er frühzeitig ausgestiegen ist.
Der Trade-off: Der Film war kein künstlerischer, aber ein kommerzieller Erfolg – genau das, was Netflix mit seiner algorithmischen Verteilung erreichen will, ohne dass Qualität im traditionellen Sinne im Vordergrund steht.
Basiert „Der Mann aus Toronto“ auf einer wahren Geschichte?
Nein, der Film ist eine fiktive Geschichte, die auf einem Originaldrehbuch von Robbie Fox und Chris Bremner basiert. Es gibt keine reale Person oder Vorfälle, die als Vorlage dienten (Wikipedia). Die Figur „Der Mann aus Toronto“ ist vollständig frei erfunden – ein Produkt der Drehbuchautoren, die mit dem Konzept eines, von Berufs wegen namenlosen, Killers spielten.
Die Idee eines Auftragskillers mit einem anonymen Städtenamen ist allerdings kein neues Konzept. Vergleichbare Archetypen tauchen in Filmen wie „John Wick“ oder „No Country for Old Men“ auf, wo der Killer keine Vorgeschichte, sondern nur einen Ruf hat.
Gibt es unangemessene Szenen in „Der Mann aus Toronto“?
Altersfreigabe und Gewaltdarstellung
Der Film hat in Deutschland eine FSK-12-Freigabe und wird auch von Netflix ab 12 Jahren empfohlen (Actionfreunde). Enthaltene Action-Gewalt und Schimpfwörter, aber keine expliziten sexuellen Szenen. Schnittberichte bestätigt, dass die Tonfall-Differenz zwischen Statham (R-Rating-Wunsch) und dem Studio (PG-13) der Grund für den geplanten härteren Film war, der aber nie realisiert wurde.
Vorteile
- Leichte Unterhaltung für einen entspannten Abend
- Gute Synchronisation auf Deutsch verfügbar
- Für Jugendliche ab 12 Jahren geeignet
- Keine langen, langweiligen Passagen – Tempo bleibt hoch
Nachteile
- Schwaches Drehbuch mit vorhersehbarer Handlung
- Chemie zwischen Hart und Harrelson überzeugt nur selten
- Gewalt und Humor passen nicht immer zusammen
- Kein Vergleich mit den besten Werken der Darsteller
Zeitleiste: Die Produktion von Der Mann aus Toronto
- 2019: Projekt wird erstmals angekündigt mit Jason Statham in der Hauptrolle (Filmstarts).
- März 2021: Jason Statham verlässt das Projekt aufgrund kreativer Differenzen bezüglich Ton und Altersfreigabe (Schnittberichte).
- April 2021: Woody Harrelson wird als Ersatz verpflichtet (Filmfutter).
- Herbst 2021: Dreharbeiten in Atlanta, Georgia (Actionfreunde).
- Frühjahr 2022: Sony verschiebt Film von Kino zu Netflix (Filmstarts).
- 24. Juni 2022: Weltweite Veröffentlichung auf Netflix (Actionfreunde).
Die Zeitleiste zeigt ein klares Muster: Der Film durchlief mehrere Richtungswechsel – zuerst den Darstellertausch, dann die Plattformverschiebung von Kino zu Streaming. Jeder Wechsel erhöhte den Druck, ein Produkt abzuliefern, das den Massen gefällt, ohne klar zu wissen, welche Zielgruppe eigentlich angesprochen werden sollte.
Stimmen zum Film
„Kevin Hart and Woody Harrelson only rarely really shine – the screenplay and direction are weak.“
– Filmstarts
„The casting of Woody Harrelson as the replacement for Jason Statham was a good fit for the comedy framework – he plays the role with a relaxed, charming menace.“
„Jason Statham is the biggest winner of this project – because he got out early.“
– Filmstarts
„The chemistry between the two leads is serviceable but never explosive – it feels like two actors doing their jobs, not creating magic.“
– Actionfreunde
Die vier Zitate zeigen eine überraschende Einigkeit: selbst positive Stimmen loben Harrelson nur bedingt, während die Mehrheit der Kritiker das grundlegende Problem des Films – ein unterentwickeltes Drehbuch – identifiziert.
Eine detaillierte Kritik zu The Man from Toronto beleuchtet zudem die Hintergründe der Besetzung und die kontroverse Aufnahme beim Publikum.
Häufig gestellte Fragen zu „Der Mann aus Toronto“
Ist „Der Mann aus Toronto“ lustig?
Ja, aber eher auf eine leichte, vorhersehbare Weise. Der Humor basiert auf Situationskomik und Wortwitz zwischen Kevin Hart und Woody Harrelson. Wer Harts typische Comedy mag, wird einige Lacher finden; wer anspruchsvolle Comedy erwartet, wird enttäuscht sein.
Wie schneidet der Film im Vergleich zu „Central Intelligence“ ab?
Schlechter. „Central Intelligence“ (2016) mit Kevin Hart und Dwayne Johnson hat eine IMDb-Bewertung von 6,3/10 und profitierte von einer besseren Chemie zwischen den Hauptdarstellern sowie einer strafferen Handlung. „Der Mann aus Toronto“ erreicht nur 5,7/10.
Sollte ich den Film mit Kindern sehen?
Ab etwa 12 Jahren ist der Film geeignet (FSK 12). Enthaltene Action-Gewalt und Schimpfwörter, aber keine sexuellen Szenen.
Ist der Film auf Deutsch synchronisiert?
Ja, eine deutsche Synchronisation ist auf Netflix verfügbar, ebenso die Originalfassung auf Englisch mit deutschen Untertiteln.
Gibt es eine Fortsetzung zu „Der Mann aus Toronto“?
Bislang gibt es Gerüchte über einen zweiten Teil, aber keine offizielle Bestätigung von Netflix oder Sony. Angesichts der gemischten Kritiken und der Streaming-Zahlen ist eine Fortsetzung nicht ausgeschlossen, aber auch nicht sicher.
Wo kann ich den Film streamen?
Ausschließlich auf Netflix, wo er seit dem 24. Juni 2022 verfügbar ist.
Was ist die Handlung von „Der Mann aus Toronto“?
Der erfolglose Unternehmer Teddy (Kevin Hart) wird bei einem Kurzurlaub mit seiner Frau Lorri (Kaley Cuoco) mit dem gefürchteten Auftragskiller „Der Mann aus Toronto“ (Woody Harrelson) verwechselt und in einen Schlagabtausch mit FBI und Unterwelt verwickelt.
Verwandte Beiträge
- Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery – alles zu Netflix 2025 – Ein weiterer Netflix-Film, der auf Streaming setzt.
- Filme die man gesehen haben muss – Eine Liste mit Filmen, die in die Sammlung gehören – im Gegensatz zu diesem hier.
Für deutsche Netflix-Abonnenten, die einen leichten Film ohne großen Anspruch suchen, ist die Entscheidung klar: ansehen, wenn sonst nichts läuft – oder lieber einen der besseren Kevin-Hart-Filme streamen.